Newsletter Mai 2020

Liebe Altlouisenlunderinnen,
liebe Altlouisenlunder,

sicherlich fragen sich viele von Euch, wie sich Louisenlund den Herausforderungen der Corona-Krise stellt und damit, wie für die nächsten Wochen das Schul- und Internatsleben gestaltet wird. Mit großem Respekt vor dieser sehr großen logistischen und pädagogischen Herausforderung leiten wir Euch deshalb Ausschnitte aus dem aktuellen Elternbrief der Leitung Louisenlunds weiter. Wir danken Dr. Rösner an dieser Stelle herzlich, dass wir Euch diese Informationen weitergeben können:

 

Schul- und Internatsbetrieb bis zu den Sommerferien

Mit dem Abschluss der schriftlichen Abiturprüfungen werden die Abiturienten aus Louisenlund ausziehen. Das passiert am 30. April und – für die, die Mathematik schreiben – am 5. Mai. Ab dem 3. Mai wollen wir das Internat nun wieder für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9-Q1 bzw. IB1 öffnen. Wir schreiben bewusst für ALLE Schülerinnen und Schüler und meinen damit insbesondere auch die 25 externen Schülerinnen und Schüler dieser Jahrgänge. Wir wollen Sie als Eltern ermutigen, Ihre Kinder nach Louisenlund ins Internat zurück zu schicken und dort auch für 8 Wochen verweilen zu lassen. Den externen Eltern bieten wir eine einmalige Internatserfahrung für Ihre Kinder für 8 Wochen an. Hierfür werden wir keine zusätzlichen Beiträge berechnen, wir hoffen aber, dass Sie je nach eigener Möglichkeit, Ihren bisherigen Beitrag freiwillig aufstocken.

Wir bereiten uns auf eine intensive gemeinsame Erfahrung vor: 8 Wochen miteinander, in weitgehender Isolation von der Außenwelt zu verbringen. Selten konnten die Louisenlunder Werte so viel Kraft entwickeln, wie in der Zeit, die wir nun vor uns haben. Selten gab es so viele Chancen und Lerngelegenheiten, Gemeinschaft zu gestalten, Rücksicht und Solidarität zu zeigen, das sprichwörtliche „gemeinsam in einem Boot zu sein“-Gefühl zu erleben, Disziplin und Impulskontrolle zu üben und in der geschützten Situation des Internats gemeinsam zu lernen, zu leisten und zu leben – selbstverständlich unter anderen Bedingungen als bisher.

Der Gesundheitsschutz für alle Schülerinnen und Schüler sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht an erster Stelle. Dabei ist klar, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Wir arbeiten an Standards und Prozessen zur Infektionsprävention, die nach gesundem Menschenverstand und allem, was heute bekannt ist, ein Ansteckungsrisiko klein halten – und dennoch einen realistischen Internatsbetrieb möglich machen. Unser großes Ziel ist, Louisenlund Viren-frei zu halten – und gleichzeitig das beste Internat in Deutschland zu betreiben. Das ist unser Anspruch und daher haben Sie sich ja auch für Louisenlund entschieden. Das wird so bleiben.

Durch das Verhalten aller in der Louisenlunder Gemeinschaft tragen wir dazu bei, dass die Infektionsrate in Deutschland insgesamt klein bleibt. Wir sind bereit, als verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger, hierfür eigene Einschränkungen im Privatleben und in eigenen Gewohnheiten und veränderte Arbeitsbedingungen zur Ermöglichung unserer Aufgaben in Betreuung, Erziehung und Bildung der uns anvertrauten Kinder in Kauf zu nehmen.

Wir gehen davon aus, dass wir noch längere Zeit mit dem Risiko einer Covid 19 Infektion leben müssen. Die Entwicklung bleibt dynamisch, wir haben nun aber einen Weg gefunden, den wir in Louisenlund bis zu den Sommerferien gehen wollen. Unser herzlicher Dank gilt allen Vertretern der Louisenlunder Konferenz, insbesondere den Elternvertretern, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung Louisenlund, insbesondere den Hauseltern, die gerade über sich hinauswachsen, unseren Kolleginnen und Kollegen in Leitung und Betriebsrat und dem Vorstand der Stiftung, die diesen gemeinsamen Weg mit entwickelt haben und nun weiter mit allen verfügbaren Ressourcen daran arbeiten, dass er wirklich gut werden wird. Was haben wir vor?

Die ersten beiden Wochen zurück in Louisenlund

Ihre Kinder werden bis zum 20. Mai in der Isolation ihrer jeweiligen Hausgemeinschaft verbringen. Jeweils morgens und abends wird Fieber gemessen und durch die Hauseltern dokumentiert. Bei Anzeichen auf Krankheit kann, bis zur Klärung der Ursache, eine Einzelquarantäne in Louisenlund erfolgen. Im schlimmstmöglichen Fall, dass eine COVID 19 Infektion vorliegt, wäre dann höchstens eine Hausgemeinschaft betroffen, die ja aber bereits als Gemeinschaft in Isolation ist. Die Schülerinnen und Schüler können sich im Haus frei bewegen. In der Gruppe der Hausgemeinschaft darf das Haus auch verlassen werden. Es ist aber unter allen Umständen sicher zu stellen, dass kein Kontakt zwischen den Häusern entsteht. Für diese zwei Wochen gelten wirklich verschärfte Bedingungen. In dieser Phase würde „Aus-“ oder „Einsteigen“ zur sofortigen Kündigung des Erziehungsvertrages führen. Wir sind aber sicher, dass alle Schülerinnen und Schüler den Ernst der Lage und ihre Verantwortung für die Gemeinschaft in Louisenlund verstehen werden. Während der zweiwöchigen häuserweisen Isolation wird der Unterricht im bekannten Format des digitalen Lehrens und Lernens fortgesetzt. Wir werden aber ab dem 7. Mai, wenn alle Schülerinnen und Schüler zurück sind, Präsenzunterricht in unseren großen Räumen machen unter den Bedingungen, unter denen wir jetzt auch das Abitur schreiben. Hierfür gelten dann besondere Verhaltensregeln, die wir den Schülerinnen und Schülern erklären. Es wird ein nach Häusern getrenntes Freizeit- und Sportprogramm geben. Frühstück und Abendessen wird in den Häusern eingenommen, das Mittagessen – zu festen Zeiten innerhalb der Hausgemeinschaften – im Speisesaal. Sowohl in den Häusern, als auch in den Gemeinschaftsräumen gelten spezielle Hygienevorschriften, in verschiedenen Situationen eine Masken-Pflicht, die wir den Schülerinnen und Schülern erklären werden, wenn sie da sind.

Die verbleibenden Wochen bis zu den Sommerferien

Nach der häuserinternen Isolation werden wir am 20. Mai im Bestfall feststellen, dass innerhalb der Internatsgemeinschaft alle gesund sind. Die Isolation der einzelnen Hausgemeinschaften wird also aufgehoben und auf das Internat als Ganzes übertragen.

In der Phase des digitalen Lehrens und Lernens sind wertvolle – sehr positive – Erfahrungen gemacht worden, wie individuelles Lernen auch mit digitalen Medien unterstützt werden kann. Gleichzeitig ist klar geworden, dass die individuelle pädagogische Interaktion im persönlichen Miteinander digital natürlich viele Dimensionen nicht abbilden kann. Im Sinne der Louisenlunder Pädagogik werden wir diese Erfahrungen auswerten und einen Weg finden, wie wir das Beste aus beiden Welten fachbezogen miteinander kombinieren können. Unterricht in den verbleibenden 6 Wochen wird in einer Kombination aus individuellem Arbeiten und Präsenzunterricht klassenweise gestaltet.

Bis zu den Sommerferien bleibt Louisenlund in einer freiwilligen Isolation nach außen. Wenn innerhalb Louisenlunds alle gesund sind, ist das oberste Ziel zu vermeiden, dass der Virus von außen nach Louisenlund kommt. Der Corona-Krisenstab der Stiftung Louisenlund bewertet die Lage fortlaufend und behält sich vor, einzelne Maßnahmen zu lockern oder zu verschärfen. Das Besuchs- und Betretungsverbot bleibt weiterhin bestehen. Zutritt zum Gelände haben nur die Bewohner von Louisenlund sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für den Betrieb unbedingt notwendig sind (unter besonderen Bedingungen). Eine Ausnahme gilt unter Beachtung strenger Abstandsregelungen für den Besuch von interessierten Familien, die sich für die Aufnahme zum nächsten Schuljahr bewerben. Externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (z.B. Reinigungskräfte, Hausmeister, externe Lehrkräfte) halten in jedem Fall Abstand von allen Mitgliedern der Internatsgemeinschaft. Schülerinnen und Schüler werden das Gelände grundsätzlich nicht verlassen. Ausnahmen (z.B. dringende Arztbesuche) sind in Absprache mit den Hauseltern möglich. Privates Einkaufen oder Bummeln ist keine Ausnahme. Es gilt eine grundsätzliche Heimfahrsperre für Wochenenden. Im Fall von Heimfahrten wäre eine Wiederaufnahme ins Internat aus Rücksicht auf die Schutzinteressen der Internatsgemeinschaft nur nach einer 14tägigen strengen häuslichen Quarantäne (zu Hause) möglich.

Wir hoffen sehr, in diesen Wochen mit allen Kindern intensiv akademisch zu arbeiten und die während der digitalen Lernphase angelegten Themen zu vertiefen und zu sichern. Wir freuen uns darauf, als Pädagogen wieder mit Ihren Kindern direkt arbeiten zu können und auf die direkte persönliche Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden in all ihren Facetten der Ermutigung, der Begeisterung, der Rüge, der Motivation und auch des ehrlichen persönlichen Feedbacks. In der Freizeit, am Nachmittag und an den Wochenenden wollen wir alle Chancen, die uns Louisenlund bietet, nutzen, um das breite Angebot an Gilden und außerunterrichtlichen, gemeinschaftsfördernden Aktivitäten anzubieten.

Alle Aktivitäten der Jahrgänge 9 bis Q1 und IB1 werden – unabhängig von der physikalischen Lage der Wohnhäuser – im Schlossbereich stattfinden. (die Aktivitäten der Juniorenstufe werden im Hofbereich stattfinden. Es soll keine Durchmischung von Hof und Schloss geben, auch hier, um im Fall einer Infektion mögliche Infektionsketten nachvollziehen und unterbrechen zu können). Wir tun das, um konsequent die Internatsgemeinschaft von externen Schülern, beispielsweise der Grundschule auf dem Hof, zu trennen. Deshalb würden wir uns sehr wünschen, dass tatsächlich alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 bis Q1 und IB1, egal ob bisher extern oder intern, den Weg zurück nach Louisenlund finden. Schüler mit Vorerkrankungen, die nicht anreisen wollen oder externe Schüler, die nicht ins Internat einziehen wollen, können aus Gesundheitsschutz-Gründen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Aus Kapazitätsgründen ist es ebenfalls nicht möglich, parallel einen Präsenzunterricht und digitalen Unterricht anzubieten. Schülerinnen und Schüler, die dann nicht im Internat sind und also nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, erhalten Unterrichtsmaterialien und Aufgaben digital zur Verfügung gestellt, werden darüber hinaus aber keine pädagogische Betreuung erhalten können.

Das ist der Plan, Internat auch in Corona-Zeiten gut und erfolgreich zu betreiben – wir alle in Louisenlund nehmen diese Herausforderung an und freuen uns darauf, wenn wir endlich wieder direkt mit Ihren Kindern arbeiten können.“

 

Und wie läuft es aktuell im ALB?

Unsere Geschäftsstelle mit Matthias Möhl arbeitet seit Wochen im Homeoffice; so wie sehr viele Mitarbeiter Louisenlunds. 
Der Vorstand trifft sich regelmäßig in virtuellen Teamsitzungen und beobachtet nicht nur, wie großartig Louisenlund in dieser Krise vorgeht, sondern vor allem, wann, wie und wo wieder Regionaltreffen und besonders unsere Mitgliederversammlung stattfinden können. 
In enger Abstimmung mit der Leitung Louisenlunds planen wir die Übergabe unserer ALB-Preise für die diesjährigen Abiturienten (es wird ja leider keine Abiturfeier zum jetzigen Zeitpunkt geben können). 
Die ALB-Post für das neue Louisenlunder Jahrbuch wird gerade fertiggestellt; freut Euch auf viele Artikel, Nachrichten, Fotos und Berichte aus unserem Verein.
Die in der letzten Mitgliederversammlung gewählten Kassenprüfer, Philipp von Stumm und Hubertus von Klinggräff, kontrollieren Bücher und Belege.

Wir werden Euch weiterhin mit aktuellen Informationen aus Louisenlund und dem ALB hier über einen Newsletter, aber auch über unsere Homepage, Facebook und Instagram versorgen.

Wir wünschen Euch und Euren Lieben weiterhin eine stabile Gesundheit und alles Gute!

 

Herzliche Grüße,
Euer Vorstand und die Geschäftsstelle


Als Download:

ALB-Newsletter Mai 2020


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